Im Reich des Marders

10. Mai 2016 - Hemer-Bredenbruch (tg) Einen spannenden Waldspaziergang mit Diplom-Biologe Tim Graumann erlebten acht Familien von der Kindertagesstätte Bredenbruch – und dazu mussten sie nur kurz hinter der Einrichtung den Hang ansteigen.

„Ich wusste gar nicht, was hier alles so zu finden ist“, war eine der mitwandernden Mütter begeistert über die zahlreichen Funde. Zumal die Gruppe im Grunde gar keine weite Strecke zurückgelegt hatte: Auf wenigen Quadratmetern gab es alle paar Schritte einen interessanten Fund nach dem anderen zu entdecken.

Als Erstes fielen den neugierigen Teilnehmern die zahlreichen Häuflein kleiner schwarze Küttel auf, die von den Kindern zunächst Hasen und/oder Kaninchen zugeordnet wurden. „Sieht auf den ersten Blick tatsächlich so aus, doch dies hier ist Rehkot“, erklärt der Biologe seinen Zuhörern – und wies zudem auf die deutlich zu erkennenden Unterschiede hin.

Als Nächstes fanden einige der Kinder einen Teil eines Vogelnestes, in dem zudem noch zahlreiche Bruchstücke von Eierschalen lagen. „Ein Blaumeisennest, das wohl von einem Marder geplündert worden ist“, wusste Tim Graumann auch zu diesem Fund Spannendes zu berichten. Ebenso wie zu den diversen Rupfungen, bei denen mittelgroße Singvögel, aber auch eine Elster von einem Raubvogel entfedert wurden.

Ein paar Schritte weiter weckten dann einige gräuliche Klumpen das Interesse des Fachmannes. „Was könnte dies wohl sein“, forderte er Jung und Alt zur Untersuchung des Fundes auf. „Ist haarig“ – „Hier sind Federn zu erkennen!“ – „Ich sehe weiße Stäbchen“ – zeichnete sich nach und nach ein genaues Bild ab. Doch wie diese Ballen entstanden waren, blieb ein Rätsel, das Tim Graumann schließlich lüftete: „Dies sind Gewölle von Raubvögeln. Die verschlingen ihre Beute mit Haut und Haaren bzw. federn, doch beides ist unverdaulich und muss deshalb regelmäßig ausgewürgt werden. Dabei entstehen diese Ballen.“

Zahlreiche große Schwungfedern mit typischem Bandenmuster einerseits und sauber aufgeknackte Eier andererseits rundeten derweil immer mehr das Bild ab, dass in diesem kleinen Waldstückchen Marder und Raubvogel („Bestimmt ein Milan oder Bussard“) praktisch Tür an Tür lebten. „Die Spurenlage“, so der Fachmann, „lässt keinen anderen Schluss zu!“

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